Dani
Portrait Name: Dani
Rasse: Yorkshire Terrier
Geschlecht: Rüde
Ungefähres Geburtsdatum: 04.2008 (9 Jahre alt)
Ungefähre Größe: 29 cm
Aufenthaltsort: ADPCA

Name: DANI
Rasse: Yorkshire Terrier
Geschlecht: männlich
Alter: April 2008
Schulterhöhe: 30 cm
Krankheiten: keine
Blutanalyse vom 3. Oktober 2016: kein Befund (negativ getestet auf die Mittelmeerkrankheiten Leishmaniose, Ehrlichiose, Filarien, Anaplasma und Lyme-Borreliose)
Aufenthaltsort: Tierheim ADPCA (Zaragoza)


Hallo, ich bin Dani!

Ein süßer kleiner Hund, der Euch freudig in die Arme springt. Ist das nicht wunderbar? Der erste Teil stimmt – ich bin wirklich ein süßer kleiner Hund. Beim zweiten Teil tue ich mich sehr schwer, denn ich bin extrem ängstlich gegenüber Menschen und neuen Situationen. Das ist traurig, denn ich sehne mich nach Streicheleinheiten. Anfangs hatte ich auch vor den Betreuern panische Angst, wie man auf dem Video kurz nach meiner Ankunft sieht (Oktober 2016). Inzwischen vertraue ich den Betreuern. Sie dürfen mich anfassen und streicheln, ohne dass ich vor Panik davonlaufe. Wie viel Vertrauen ich gefasst habe, kann man auf dem Video von Dezember 2016 sehen – was für ein Unterschied zum Oktober!

Beim Tierarzt stellte man fest, dass ich trotz meines erbärmlichen Zustands, vor allem der Unterernährung, völlig gesund war. Eine gute Nachricht, denn es ist nicht schwer, ein paar Kilo zunehmen, wenn man täglich gutes Futter bekommt. Und das Fell ist auch schon wieder nachgewachsen. Beim richtigen Frauchen oder Herrchen werden auch meine seelischen Wunden vernarben. Aber die brauchen bekanntlich länger zum heilen als die körperlichen.

Als Welpe hatte ich mir das Leben ganz anders vorgestellt: mit Kuscheln, Spielen, Herumtoben und allem, was einem Hund Spaß macht. Doch leider war ich kein „Wunschkind“ und landete auf der Straße. Einfach ausgesetzt. So vagabundierte ich durch Wälder, Felder, Industriegebiete und Vorstädte – immer auf der Suche nach etwas Fressbaren. Ich musste Hitze und Minusgrade, brennende Sonne und strömenden Regen ertragen und dabei immer vor den Menschen auf der Hut sein, die mich misshandelten und Steine nach mir warfen. Am Ende war ich nur noch ein Häufchen Elend, mit klaffenden Wunden, fast ohne Fell, abgemagert, dehydriert und erschöpft. Für einen großen Hund ist das Leben auf der Straße ein schweres Schicksal, aber für mich, ein kleines, zerbrechliches Wesen, bedeutete es fast den Tod.

Das ist jetzt keine Mitleidmasche – ich will nur erklären, warum ich so extrem ängstlich und misstrauisch bin. Ich habe nicht viel Gutes erlebt und konnte mir anfangs gar nicht vorstellen, dass es mir hier im Tierheim bessergehen würde als draußen. Alles Neue war für mich grundsätzlich bedrohlich. Ich ließ mich nur einfangen, weil ich zu schwach war zum Weglaufen. Eine Tierschützerin fand mich mitten auf einem Feld und gab mich im Tierheim ADPCA ab. Es dauerte nur wenige Tage, bis mich eine Familie adoptierte. Doch nur vier Monate später brachte mich meine Familie zurück zu ADPCA – „Hund versteht das Kind nicht, Kind versteht den Hund nicht“, wie es hieß. Ich schätze mal, meine Erziehung war ihnen zu anstrengend. Das Resultat ist: Ich sitze wieder im Zwinger, und das gefällt mir überhaupt nicht! Ich gehöre nicht hierher.

Für meine großen Artgenossen ist der Zwinger zu klein, aber für mich ist er riesig. Auch die Hundehütte ist mir zu groß. Am sichersten fühle ich mich, wenn ich mich in einem kleinen Korb zusammenkauern und mich an mein Kissen schmiegen kann. In dieser „Höhle“ kann ich mich vor der bösen Welt da draußen verstecken.

Ihr seht, da kommt Einiges an Arbeit auf Euch zu. Anfangs will ich einfach nur ein kleines, bequemes Hundebett mit hohem Rand, hinter dem ich mich verstecken kann. Ihr dürft mich nicht drängen, sondern auf mich warten, auch wenn es ein paar Wochen dauert, bis ich auf Euch zugehe. Bis zu einem ganz normalen Mensch-Hund-Verhältnis können Monate vergehen. Bitte behaltet das im Hinterkopf.

Am liebsten wären mir Menschen, die genauso wenig Action brauchen wie ich, und vor allem ein ruhiger Haushalt. Kinder sollten bei Euch auf keinen Fall wohnen (und nicht geplant sein). Mit Katzen dagegen verstehe ich mich gut.

Mit meinen Artgenossen habe ich dagegen überhaupt keine Probleme, egal ob Rüde oder Weibchen. Ich laufe ihnen neugierig hinterher und schnuppere an ihnen, so oft ich kann. Wenn also bereits ein sehr sozialer, ruhiger Ersthund bei euch wohnt, könnte er mir dabei helfen, Vertrauen zu den Zweibeinern zu fassen und zu lernen, wie man mit Menschen glücklich zusammenlebt. Wenn ich adoptiert werde, dann muss das auf jeden Fall eine Dauerbleibe sein. Menschen, die an ihrer Karriere arbeiten, umziehen wollen oder eine Familie planen, kommen leider nicht in Frage – so lieb und verständig Ihr auch sein mögt. Nach einer gewissen Eingewöhnung könnte ich auch ein paar Stunden allein bleiben (aber nicht den ganzen Tag). Hauptsache mein künftiges Heim gibt mir Ruhe und Stabilität. Wenn Ihr viel Zeit, Geduld und Verständnis für ein fragiles Wesen habt, dann sind wir auf einem guten Weg.

Die Betreuer sagen, dass ich ein wunderbarer Hund bin, sobald ich „auftaue“. Es lohnt sich also, sich um mich zu bemühen und meine Liebe zu gewinnen.

Wer traut sich diese Aufgabe zu? Meldet Euch bitte bald bei meiner Vermittlerin Regina Ehrat.




Video vom 04.07.2017



Regina Ehrat (Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch)
Handy: 0175-8502268
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