5 gute Gründe für einen Hund mit Handicap

Vor Kurzem durfte unser Saki (jetzt Hiro) das Happy End seiner Geschichte als Tierheimhund feiern. Anfang April zog der von Geburt an blinde Jungspund in sein Für-Immer-Zuhause. Wie das Leben mit einem Handicap-Hund ist? Das erzählt er euch selbst. Hier findet ihr den Bericht in Endlich daheim.  

Leidet ein Hund, der nicht sehen oder nicht hören kann oder nur drei Beine hat? Sicher nicht. Denn Hunde haben von Natur aus die große Gabe, im Hier und Jetzt zu leben und „was wäre wenn“ oder „hätte ich nur“ sind ihnen fremd. 

Trotzdem haben viele Menschen großen Respekt davor, einen Hund mit einer Einschränkung aufzunehmen. Verständlich, aber wir finden, es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Denn vielleicht übersieht man sonst seinen Seelenhund und die Chance, einen neuen Blick auf die Welt zu bekommen:

Lebensfreude erleben: Zu sehen, wie unkompliziert und lebensfroh Hunde sich neu orientieren, verändert den Blick auf Herausforderungen und darauf, was Lebensfreude ausmacht.

Intensive Bindung: Die Beziehung zu einem Hund mit eingeschränkter Sinneswahrnehmung ist oft besonders eng, weil Kommunikation oft bewusster wird: über Berührung, Rituale, Körpersprache, Vertrauen. Man lernt, feiner wahrzunehmen.

Entschleunigung: Ein Hund mit Handicap braucht manchmal andere Abläufe, mehr Aufmerksamkeit oder kreative Lösungen. Das kann den Alltag entschleunigen und dazu führen, bewusster im Hier und Jetzt zu sein.

Mitgefühl statt Mitleid: Man entwickelt oft mehr Sensibilität für Bedürfnisse, aber auch mehr Respekt vor der Eigenständigkeit des Tieres. Nicht Defizite stehen im Vordergrund, sondern die Persönlichkeit.

Kreativität und Lernbereitschaft: Ob Laufhilfen, Gerüche, Handzeichen, sichere Raumgestaltung oder spezielle Spiele, es macht Spaß, neue Wege zu entdecken für den Alltag mit dem Hundepartner.

Wir wollen euch ein paar Hunde von uns vorstellen, die mit Handicaps leben. Nicht um Mitleid einzufordern, sondern um euch zu zeigen, dass ihre besonderen Bedürfnisse nichts Negatives sind. Ganz im Gegenteil ihre Persönlichkeit, ihre Vorlieben und Charaktere sind für ihre zukünftigen Familien eine echte Bereicherung.

Pepe lebt auf einer Pflegestelle in 35633 Lahnau-Atzbach. Er ist freundlich, aufgeschlossen und hat keine Ängste. Trotz grauen Stars auf beiden Augen tappt er zuversichtlich durch die Welt und bewegt sich sicher in bekannter Umgebung.

Shamrock lebt auf einer Pflegestelle in 79685 Häg-Ehrsberg. Ruhig und sanft genießt der die menschliche Nähe. Seine Lieblingsbeschäftigung draußen, ist Löcher buddeln, dass ihm ein Vorderbeinchen fehlt, stört ihn dabei überhaupt nicht. 

Saadet ist eine zurückhaltende Hündin, die in Bukarest im Tierheim Odai sehnsüchtig auf ihr Zuhause wartet. Denn hier zeigt sie den Freiwilligen jeden Sonntag beim Gang auf den Hundespielplatz, dass sie ihre Schüchternheit überwinden kann, wenn sie Vertrauen fasst. 

Santi erlebt auf seiner Pflegestelle in 67459 Böhl-Iggelheim seinen zweiten Frühling. Wenn er hier fröhlich durch den Garten tobt und spielt, merkt man nicht, dass sein Sehvermögen auf einem Auge nicht perfekt ist.

Thor ist ein lieber und sanfter Schmusebär, der auf einer Pflegestelle in 79283 Bollschweil mit anderen Hunden entspannt zusammenlebt. Aus seinem früheren Leben als Straßenhund in Rumänien hat er einen unrunden Gang durch eine lang verheilte Fraktur mitgebracht. 

Zeus ist ein kleines „Stehauf-Hündchen“. Trotz schwerer Misshandlungen, die sein Handicap verursachten, vertraut er den Menschen, die es gut mit ihm meinen voll und ganz. Er sucht die Nähe seiner Pflegefamilie und will den Menschen gefallen.

Vermittelte blinde Hunde

Wie man sieht, braucht Lebensfreude keine Sehkraft.
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