Kommt mit zum Galgomarsch

Sie werden benutzt und dann einfach entsorgt.

Jedes Jahr, wenn in Spanien die Jagdsaison endet, beginnt für zehntausende Hunde der Albtraum. Galgos, Podencos und viele andere Jagdhunde, die monatelang gehetzt, angetrieben und benutzt wurden, verlieren mit dem letzten Jagdtag ihren einzigen „Wert“. Was sie gegeben haben – ihre Kraft, ihre Ausdauer, ihr Vertrauen – zählt plötzlich nicht mehr. Zurück bleiben Tiere, die kein Jäger mehr will.

Galgos, die eleganten Windhunde Spaniens, sind längst zum Symbol dieses Leids geworden. Doch hinter ihnen stehen unzählige Podencos, Pointer, Setter, Bretonen und Jagdhundmischlinge, deren Schicksal dasselbe ist. Auch sie werden gehalten wie Werkzeuge, angebunden an kurze Ketten, oft ohne Schutz vor Kälte oder Hitze, ohne medizinische Versorgung, ohne Zuwendung. Viele kennen nichts außer Angst, Hunger und Isolation.

Am Ende der Saison, meist im Januar oder Februar, werden sie aussortiert. Hunde, die nicht schnell genug waren, nicht gehorsam genug, nicht „funktioniert“ haben oder solche, die man einfach nicht weiter füttern will. Manche werden einfach ausgesetzt, sich selbst überlassen in einer Welt, die sie nie kennengelernt haben. Andere landen in überfüllten Tötungsstationen. Wieder andere sterben einen qualvollen Tod durch Misshandlung. Auch wenn die alte Tradition, einen Hund zu quälen, der keine Ehre mehr bringt, immer weniger verbreitet ist, gibt es viele Misshandlungen. Um sicher zu gehen, dass der Hund den Weg nicht mehr zurückfindet, wird er bewusst verletzt.

Was dieses Leid zusätzlich verstärkt, ist die rechtliche Grauzone. Obwohl es in Spanien Tierschutzgesetze gibt, sind Jagdhunde in vielen Regionen von grundlegenden Schutzregelungen ausgenommen. Ihr Leiden bleibt oft folgenlos, ihre Qualen ungestraft. Denn das neue Tierschutzgesetzt schließt alle „Nutztiere“ vom Schutz aus. Es gilt also nicht für Jagdhunde, Hütehunde und Wachhunde.Tradition, wirtschaftliche Interessen und Gleichgültigkeit wiegen schwerer als Mitgefühl. 

Und doch gibt es Hoffnung. Sie lebt in den Auffangstationen, die von engagierten Tierschützerinnen und Tierschützern betrieben werden. Sie lebt in den Menschen, die diese Hunde retten, pflegen, aufpäppeln und ihnen langsam zeigen, dass eine andere Welt existiert. Viele Jagdhunde finden schließlich ein Zuhause – auch in Deutschland. Trotz allem, was sie erlebt haben, zeigen sie eine erstaunliche Sanftheit, eine unglaubliche Resilienz, ein vorsichtiges Vertrauen.

Um all jenen eine Stimme zu geben, die selbst keine haben, gehen jedes Jahr Menschen auf die Straße. Die sogenannten Galgomärsche finden in vielen Städten statt – in Deutschland und europaweit. Der Name mag auf die Galgos verweisen, doch gemeint sind sie alle: Galgos, Podencos und alle spanischen Jagdhunde, die leiden und sterben, weil sie nicht mehr nützlich sind.

Diese Märsche sind keine lauten Proteste, sondern stille, eindringliche Zeichen. Menschen halten Fotos von geretteten oder getöteten Hunden, gehen Seite an Seite mit ihren eigenen Vierbeinern – viele von ihnen selbst ehemalige Jagdhunde aus Spanien. Es ist ein Gang des Erinnerns, des Anklagens und des Hoffens zugleich.

Auch 2026 werden in Deutschland wieder Galgomärsche stattfinden. Rund um den Welt-Galgo-Tag am 1. Februar versammeln sich Menschen in Städten wie München, Berlin, Hamburg, Köln, Osnabrück und Saarbrücken, um sichtbar zu machen, was so oft verborgen bleibt. Im Herbst folgen weitere Märsche, unter anderem in Bremen, Mainz und Leipzig. Jede dieser Veranstaltungen ist ein Ruf nach Veränderung, ein Appell an Politik und Gesellschaft, nicht länger wegzusehen.

Die Galgomärsche erinnern daran, dass Tradition kein Freibrief für Grausamkeit sein darf. Sie erinnern daran, dass Mitgefühl keine Grenze kennt. Und sie erinnern daran, dass jedes Leben zählt – auch das eines Jagdhundes, der nie etwas anderes wollte, als zu gefallen.

Solange Galgos, Podencos und andere Jagdhunde leiden, werden Menschen für sie gehen. Leise, würdevoll und entschlossen.

Wenn ihr selbst auf die Straße gehen wollt, findet ihr hier die Termine. In Köln dürft ihr unser Mitglied Judith Lörsch ansprechen, wenn ihr gemeinsam mit dem TSV-Hunden laufen wollt: loersch@tsv-europa.de

🟠 München
4.⁠ ⁠Münchner Galgomarsch
📍 Münchner Freiheit
📅 Samstag, 24.01.2026, 14:00 Uhr

🟠 Berlin
Berliner Galgomarsch
📅 Samstag, 31.01.2026, ca. 13:00 Uhr
📍 Brandenburger Tor (angekündigt).

🟠 Hamburg
Hamburger Galgomarsch
📅 Samstag, 31.01.2026, ca. 12:30 Uhr
📍 Jungfernstieg / Reesendammbrücke.

🟠Köln
11.⁠ ⁠Kölner Galgo-Marsch
📍 Bürgerhaus Stollwerck, Trude-Herr-Park
📅 Samstag, 31.01.2026, 12:00 Uhr

🟠 Osnabrück
Osnabrücker Galgomarsch
📅 Samstag, 31.01.2026, 12:00 Uhr
📍 Historisches Rathaus / Marktplatz.

🟠 Saarbrücken
Saarbrücker Galgomarsch
📅 Samstag, 31.01.2026, 11:00 Uhr
📍  Landwehrplatz

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Kontakt

Judith Lörsch (Sprachen: Deutsch, Englisch) Mobile: 0179 7399931 (Anrufzeit zwischen 12-19 Uhr, ansonsten bitte SMS mit Rückrufwunsch senden) e-Mail: loersch@tsv-europa.de Betreute Tiere

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