Hoffnung in Andalusien – Wie Hogar de Asís ausgesetzten Hunden ein neues Leben schenkt

In der kleinen Stadt La Carolina, liegt ein Ort, der mehr ist als ein Tierheim – es ist ein Schutzraum, ein Zufluchtsort, ein Stück Hoffnung für jene Tiere, die von der Gesellschaft vergessen wurden. Seit dem Jahr 2000 kämpft der Tierschutzverein Hogar de Asís für jedes einzelne Tierleben – und das unter schwierigsten Bedingungen.

Was einst ein windschiefer Lagerraum mit zehn Zwingern war, wurde zum ersten Zuhause für ausgesetzte Hunde, die andernfalls nach wenigen Tagen im städtischen Zwinger getötet worden wären. Heute wird das Tierheim von der Stadt zur Verfügung gestellt, aber nicht finanziell getragen. Nur Wasser und Strom übernimmt die Gemeinde. Der Betrieb selbst ruht auf den Schultern der Vereinsmitglieder und dem unbezahlbaren Einsatz von Ehrenamtlichen. Subventionen für den Tierschutz? Fehlanzeige.

Trotzdem kümmern sich die derzeitige Präsidentin Teresa Serrano Oña („Tere“), und Josephine Miron del Valle („Josi“) unermüdlich um die Hunde. Josi ist seit 18 Jahren freiwillige Helferin und kommt jeden Morgen um 6 Uhr ins Tierheim mit ihrem E-Roller oder zu Fuß, weil sie kein Auto hat. Sie kümmert sich auch um die Katzenkolonien außerhalb des Tierheims. Ihr Markenzeichen ist ihr ungezwungener Umgang mit den Hunden, sie wiegt die Hunde gerne auf dem Arm in den Schlaf und singt dabei. Ihr Spezialgebiet sind die kleinen Hunde, auch um die „Schnappfische“ und ängstlichen Hunde kümmert sie sich mit großem Geschick. Tere kümmert sich neben den täglichen Aufgaben um alles Organisatorische, eine riesige Aufgabe, obwohl sie die Verantwortung für ihre Familie und ihre eigenen Tiere ganz allein trägt. Ihr Spezialgebiet sind die großen Hunde, besonders den Herdenschutzhunden gehört ihr Herz. Sie kann sich in der rauen Tierschutzwelt unter Jägern, Polizisten, Gemeindearbeitern, Mitarbeitern der Perrera behaupten und kämpft erfolgreich für das Recht der Tiere.

Tere und Josi übernehmen Tiere aus der städtischen Perrera, oft in katastrophalem Zustand: mit gebrochenen Gliedmaßen, offenen Wunden, Krätze, Pilzinfektionen oder hochgradiger Unterernährung. Nicht weniger schlimm ist er Zustand der Hunde, die aus den umliegenden Rehalas kommen.

Jeder Hund wird medizinisch versorgt – entwurmt, geimpft, kastriert, gegen Parasiten behandelt und bei Bedarf operiert. Die Tierarztkosten sind enorm. In La Carolina selbst gibt es nur zwei Tierärzte, deren Kapazitäten und Preise den Verein zwingen, Tiere in Nachbarstädte zu bringen – ein Aufwand, der Zeit, Geld und Kraft kostet.

Doch trotz aller Herausforderungen erleben die Hunde im Hogar de Asís etwas Einzigartiges: Freiheit. Wenn Freiwillige vor Ort sind, dürfen die Tiere tagsüber gemeinsam im Außengehege laufen, spielen, schnüffeln und in der Sonne dösen. Diese Bewegungsfreiheit ist selten in spanischen Tierheimen – aber sie hat ihren Preis. Die Zäune werden durch die ständige Nutzung regelmäßig beschädigt und müssen repariert werden, was zusätzliche Kosten verursacht. Doch diese Freiheit ist unbezahlbar – sie schenkt Lebensqualität, besonders den traumatisierten Tieren.

Patenschaften sind für das Überleben des Tierheims mittlerweile unverzichtbar. Nur durch regelmäßige Unterstützung kann medizinische Versorgung gewährleistet, der Freilauf erhalten und Reparaturen durchgeführt werden: wie die kaputten Türen im Innenbereich und die Waschmaschine funktioniert nur noch unzuverlässig. Die Durchgänge der Innenzwinger nach draußen sind zu klein und an vielen Stellen scharfkantig, sodass sich die Hunde daran verletzen können. Ohne Patinnen und Paten müsste das Tierheim schließen. Denn der TSV Europa ist die hier der einzige Verein, der mit Vermittlungen und finanzieller Unterstützung hilft.

Eine monatliche Patenschaft kann einem verletzten oder alten Hund eine Operation ermöglichen, einem Welpen den Impfstatus sichern oder einem alten Podenco den letzten Lebensabschnitt in Würde schenken. Durch Patenschaften und Spenden wurde schon viel erreicht: 3 große Außenzwinger und 1 großer Innenzwinger konnten gebaut werden. Sie sind der ganze Stolz von Tere. Das ist eine riesen Erleichterung für die Herdenschutzhunde. Sie haben nicht durch das kleine Loch im Innbereich gepasst und konnten sich nur entweder draußen oder drinnen aufhalten. Leider wurde das Dach eines Zwingers beschädigt als vor kurzem ein Feuer in der Region ausbrach.

Mehr als 20 Jahre Tierschutz in La Carolina haben gezeigt: Veränderung ist möglich. Doch sie ist zerbrechlich. Der Verein braucht Menschen, die zuhören, hinschauen – und handeln. Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, auch wenn sie hunderte Kilometer entfernt leben.

Deutschland ist für viele dieser Hunde der Ort, an dem ihr Märchen beginnt. Ein Ort, an dem sie geliebt, geschätzt, verstanden werden. Die Kooperation mit dem Tierschutzverein Europa hilft den Hunden, ein neues Lebenskapitel aufzuschlagen – eines, in dem Geschichten hoffnungsvoll beginnen und happy enden. Doch es kommen immer neue Hunde nach, für die im Tierheim gesorgt werden muss.

Mit einer Patenschaft helft ihr Hogar de Asis, die nie endenden Kosten zu stemmen. Wer eine Patenschaft übernehmen möchte, kann sich an Ines Bohrer und Irene Frank per Mail an patenschaft@tsv-europa.de wenden. Fragen zum Tierheim beantwortet Regina Ehrat gerne unter ehrat@tsv-europa.de.

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