Ein Zuhause für Hoffnung: Das neue Tierheim von A.D.P.C.A in Zaragoza
Der Verein in Zaragoza besteht schon sehr lange und darf sich über eine lange gewachsene Mitgliederzahl freuen. Die heute über 80-jährie María del Carmen Ruiz hat A.D.P.C.A (Asociación para la Defensa y la Prevención de la Crueldad contra los Animales) 1981 gegründet. Eine Zeit, in der es kaum Verbündete gab und auch der Status der Gemeinnützigkeit erst mühsam erkämpft werden musste. Bis dahin gab es eigentlich keine Alternative zur Perrera hier. Die Perrera ist das städtische Tierheim, das damals noch die Hunde tötete, um Platz für neue aufgegriffene Straßenhunde zu schaffen. Es gibt sie auch heute noch und es ist immer noch kein guter Ort für Hunde, hier werden Hunde mehr schlecht als Recht verwahrt. Das private Tierheim von A.D.P.C.A hat im Unterschied dazu den Anspruch, die Bedürfnisse der Hunde artgerecht zu erfüllen und für sie ein Zuhause zu finden.
Das ursprüngliche Tierheim war sehr ungünstig zwischen zwei Flüssen, Ebro und Gallego gelegen. Regelmäßig erreichten uns Notrufe, wenn das Tierheim wieder überschwemmt war und Hunde evakuiert und Pensionen untergebracht werden mussten. 2015 begannen die Planungen für ein neues Tierheim. Doch die bürokratischen Abläufe sind zäh, die Vorschriften sehr komplex und dann waren da natürlich auch noch die immensen Kosten für den Neubau eines modernen Tierheims. Schließlich mussten das Tierheim aufgrund von akuter mit Lebensgefahr durch Überschwemmung im Jahr 2021 geräumt und alle Tiere evakuiert werden.
Nach unzähligen Gesprächen mit der Stadtverwaltung von Zaragoza konnte der Vorstand des Vereins das bisherige gegen ein großes Grundstück im Stadtteil Peñaflor tauschen und dort einen neues, vor Überschwemmungen geschütztes Tierheim errichten lassen.
Als wären die gesetzlichen Vorgaben und der damit verbundene bürokratische Aufwand nicht schon zermürbender genug gewesen, hat der Ausbruch von COVID-19 in 2020 eine weitere lange Verzögerung der Arbeiten nach sich gezogen. Endlich, im Mai 2022, konnten alle Hunde in ihr neues Zuhause umziehen.
Heute sind neben der Leiterin die Hauptverantwortlichen im Verein Vizepräsidentin Montse Luis, Schriftführerin Natalia Álvarez, Schatzmeisterin María Pilar Rodríguez und Beisitzerinnen Ana Zurro und Ana Carmen Martín. Montse fotografiert die Hunde, damit sie auf der Homepage präsentiert werden können, um ein Zuhause zu finden. Natalia kümmert sich um die Rechnungen und dass die Kommunikation mit dem Tierarzt, damit die notwendigen Untersuchungen für die Ausreise dokumentiert sind. Manuela ist unsere deutsche Ansprechpartnerin, die das Tierheim sehr gut kennt.
Inma ist die einzige Festangestellte, sie ist verantwortlich für die Reinigung der Zwinger. Sie fährt jeden Tag 90 km zu ADPCA, versorgt dort ganz alleine die Hunde und fährt am Abend wieder zurück. Eine weitere Angestellte kann sich ADPCA nicht leisten, solange der hohe Kredit zurückgezahlt werden muss, der für den Neubau des Tierheims aufgenommen wurde. Theoretisch hätte ADPCA auch die Erlaubnis noch mehr Zwinger zu bauen um mehr Hunden zu helfen. Aber dafür fehlt erst recht das Geld. Am Wochenende übernimmt immer im Wechsel eine der Verantwortlichen des Vereins die Arbeit, unterstützt von ein paar freiwilligen Helfern. Nur so gelingt es, den Hunden etwas Beschäftigung zu bieten. Hunde die zum Tierarzt müssen, werden von Pilar in die Tierklinik gebracht. Wenn es dringend ist, macht das auch Inma. Aber dann bleibt andere Arbeit bleibt liegen.
Trotzdem ist es dem Tierheim wichtig, Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, um die Bevölkerung zu sensibilisieren. Zum Beispiel setzt sich der Verein für die Kastration, die breit angelegte Adoption streunender Hunde sowie gegen das Aussetzen von Haustieren ein. Schulbesuche und Gespräche zum Tierschutz sollen Kinder und Jugendliche für die Bedeutung des Tierschutzes sensibilisieren.
Aktuell leben im Tierheim etwa 50 Hunde. Diese stammen aus Aussetzungen, aber auch Misshandlungen. Es gibt die allseits ausreichend bekannten Gründe wie ungewollte Würfe von unkastrierten Hunden, Aussetzung vor dem Urlaub, sowie Krankheit oder Tod des Besitzers etc.
Für das neue Tierheim musste hohe Kredite aufgenommen werden. Die Schulden drücken, denn laufend kommen neue Kosten hinzu. Deshalb freut sich das Tierheim sehr über Patenschaften. Sie könnten für mehr finanzielle Freiheit sorgen und das Tierheim könnte noch besser ausgelastet werden. Denn einige Zwinger können nicht besetzt werden, da nicht genug Personal bezahlt werden kann, um sie zu unterhalten. Wer eine Patenschaft für A.D.P.C.A abschließen will, kann sich gerne an patenschaft@tsv-europa.de wenden. Fragen zum Tierheim beantwortet euch gerne Jaqueline Schleicher: schleicher@tsv-europa.de
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