Besuch bei ADA Canals im großen Tierheim „Tosal“

Zwei Tage haben wir hier im großen Tierheim, das von unserer Partnerorganisation ADA Canals betreut wird, schon verbracht. Für uns waren es lange Tage mit großen Emotionen. Unfassbare Wut über die Menschen, die Schuld daran sind, dass so viele Hunde ausgesetzt, misshandelt und vernachlässigt werden. Aber auch Freude und Dankbarkeit, dass es die Helferinnen und Helfer von ADA Canals gibt, die sich so liebevoll und seit vielen, vielen Jahren um all die Hunde kümmern, die niemand mehr will. Und immer wieder überfällt uns die Traurigkeit. Weil wir nicht jedem Hund helfen können.

Hinter dem schweren eisernen Schiebetor liegt eine andere Welt. Hier ist jeder Wochentag gleich. Morgens um kurz nach acht kommt Basilio, um die Zwinger zu reinigen und das Futter zu verteilen. Heute ist auch Amparo dabei. Wann immer sie frei hat, hilft sie ehrenamtlich. Denn zwei Hände sind eigentlich viel zu wenig für das Arbeitspensum. Die Hunde werden Zwinger für Zwinger in den Freilauf gelassen, um Boden, Wände, Schlafwanne und Näpfe richtig sauber zu machen. In der kurzen Zeit dürfen die Hunde unter Aufsicht toben und spielen. Leider gibt es noch keine unterschiedlichen Ausläufe, um verschiedenen Hundegruppen länger Auslauf zu bieten. Schon nach zehn Minuten müssen die Hunde wieder zurück in den Zwinger. Manche haben etwas mehr Glück, sie kommen auch in größeren Gruppen zurecht und ihr Freilauf dauert etwas länger. Wir können es kaum glauben, wie brav die Hunde wieder zurückkommen und sich wieder einschließen lassen. Viele verbringen hier eine lange Zeit. Für sie ist es ein ganz normaler Tag. Für uns ist es unerträglich zu sehen, wie bewegungsfreudige Hunde wie Max, die normalweise mehrere Stunden Auslauf brauchen, nach wenigen Minuten schon wieder zurückmüssen auf wenige Quadratmeter. Und ich kann die Tränen nicht mehr zurückhalten als der zarte Riese Lolo sich still gegen das Gitter drückt, nachdem ich die Türe geschlossen habe, um noch ein bisschen menschliche Zuwendung zu bekommen. Aber es ist keine Zeit zum Heulen. Wir wollen helfen und Hunde fotografieren (@annetteetges), um ihre Chancen zu erhöhen bald hier rauszukommen. Und obwohl Amparo gekommen ist, um Basilio beim Saubermachen und Füttern zu helfen, nimmt sie sich Zeit für uns, um die Hunde bei Laune zu halten, damit sie sich fotografieren lassen.

Das Tierheim ist schon alt. Der Beton der Zwingerböden ist rissig und nicht einfach zu säubern. In jeder Ecke ist ein Ablauf, in dem Kot und Urin entsorgt werden. Manche Hunde sind so reinlich, dass sie verstanden haben, ihr Geschäft direkt dort zu verrichten. In anderen Zwingern ist es auch schon nach einem einzigen Tag sehr schmutzig. Die Hunde sitzen allein oder zu zweit auf wenigen Quadratmetern. Ihr Bett ist eine Wanne aus Plastik, die man gut auswaschen kann. Die Hunde selbst können nur notdürftig gesäubert werden. Denn hier gibt es nur kaltes Wasser aus einem Tank, der regelmäßig aufgefüllt wird. Wir sind noch einmal hier. Diesmal nur zu zweit. Fast jeder Hund lässt es zu, dass wir als Fremde den Zwinger betreten, das ungewohnte Halsband anlegen und an der Leine herausführen. Es ist fast beschämend, wie viel Vertrauen wir von diesen Hunden geschenkt bekommen, die schon so viel Leid durch unsere Artgenossen erfahren haben. Sie erwarten immer noch das Beste vom Leben. Wir versuchen die Traurigkeit, mit der wir die beiden kleinen Hibbelchen Charly und Pecas, die abgemagerte Nata und den Langzeitinsassen Cesar und all die anderen Hunde zurücklassen müssen, wieder abzuschütteln. Wir versuchen, wie die Hunde, weder daran zu denken, wieviel Lebenszeit sie schon hier verloren haben noch darüber zu grübeln, wieviel solche Tage wie heute noch vor den Hunden liegen, bis sie hier raus dürfen. Wir versuchen nur daran zu denken, dass jeden Tag Menschen für sie da sind, die ihnen trotz der vielen Arbeit und Sorgen mit jeder Geste, mit jedem Blick und jeder Berührung zeigen, dass sie sie nicht im Stich lassen werden.

Das Tierheim liegt an einem Berg. Rundherum gibt es Orangenhaine. Als wir gehen wird es ganz still. Bis zum nächsten Morgen. Wenn Basilio um kurz nach acht wieder das große Tor öffnen wird.

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