Reisebericht Lindau/Kaposvr vom 02 – 05. Mai

Reisebericht Lindau/Kaposvr vom 02 – 05. Mai
Am 2. Mai 2007 starten wir zu dritt (Ines, Bianca und Ute) unseren ersten Ungarnbesuch in einem ungarischen Tierheim. Wir wollten nicht nur unsere neuen Mitstreiter in Ungarn und das Tierheim dort kennen lernen, es steht zusätzlich ein Termin beim Bürgermeister der 68.000-Einwohner-Stadt Kaposvr (45 km unterhalb des Plattensees) auf dem Programm, was ein offizieller Brief an den Bürgermeister von Kaposvr möglich gemacht hat.
Unsere Reise:
Regen ist ein häufiger Begleiter in diesen 3 Tagen, trotzdem verläuft die Fahrt problemlos, nach etwa 12 Stunden sind wir am Ziel.
Ziel erreicht:
Das Tierheim ist in einem erbärmlichen Zustand, provisorisch an allen Ecken und Enden. Ein unwegsamer Weg führt in den Wald hinein zum Tierheim, die rostigen schiefen Tore stehen immer offen und Leute haben Massen an Müll direkt davor abgelegt – was den ansässigen Ratten dort gut gefällt.
Helfer gibt es nur wenige: die 2 Schwestern Margit und Brigitta mit Freund Janosch, deren Mutter und einige wenige andere Helfer sind die Hauptakteure
und sie leisten eine Menge.
Der Boden verwandelt sich bei Regen in Schlamm, viele Hunde sitzen in fensterlosen dunklen Zwingern, andere ohne Rückzugsmöglichkeit jeder Witterung ausgesetzt, ein paar aus Platzmangel sogar in Käfigen. Schlösser gibt es keine, oft werden Türen mit alten Gürteln verschlossen, Holzpaletten werden zu Türen umfunktioniert, eine Leine muss gleichzeitig als Halsband dienen, wenn ein Gang zum Tierarzt ansteht.
In erfinderischer Not ist nahezu alles improvisiert. Brigi und Margit erzählen uns ganz glücklich, dass sie seit November 2006 Wasser und Licht (sprich: ein alter Brunnen und eine trübe Lampe) haben im Tierheim Kaposvr. Vorher haben die beiden zierlichen Frauen Wasserkanister und Futterkübel auf dem Rücken für die 130 Hunde den Waldweg zum Tierheim hochgeschleppt. Da wir den Weg jetzt auch kennen sind wir einigermaßen entsetzt und man kann vor dem Einsatz der Helferinnen nur den Hut ziehen.
Mit diesen Eindrücken machen wir uns auf zu unserem Termin beim Bürgermeister (herzlichen Dank an Brigis und Margits liebe Mama, bei der wir uns in frische Kleidung pellen und mit Leckereien stärken konnten!).
Der Termin findet im Rathaus der Kleinstadt statt, bei der Gelegenheit kann man ein sehr positives Bild von der Stadt gewinnen, die sich die Blumenstadt nennt.
Erika übersetzt die Unterhaltung mit dem sympathischen und zu unserer großen Freude tierlieben Bürgermeister. Dieser sichert uns zu, dass beim nächsten Mal, wenn wir kämen der holprige Weg befahrbar gemacht sein würde und für unsere geplanten Baumaßnahmen würde er Reste öffentlicher Bauarbeiten zur Verfügung stellen. Das Tierheim erhielt zudem Standortgarantie, die bis dato unsicher war.
Glücklich auf ein offenes Ohr des Bürgermeisters gestoßen zu sein, verlassen wir das Rathaus voller Hoffnung, die Situation für die Hunde in absehbarer Zeit wirklich verbessern zu können.
Abends fahren wir zurück an den Plattensee, wo wir für eine Nacht Quartier bei Hans auf seiner Virginia Western Ranch beziehen (siehe auch unsere Rubrik „Urlaubsangebote/Urlaub mit dem Hund“ auf unserer homepage). Auf dieser gemütlichen Ranch mit all den Pferden, Katzen, Hunden, Ziegen, Hasen und allerhand mehr fühlt man sich sofort wie im Urlaub. Mit einem Grillabend am offenen Kamin und jeder Menge Pläne geht der Abend zu Ende.
Der letzte Tag bricht an an!
Heute haben wir mehr Zeit für das Tierheim und seine Insassen und so werden wir auch Zeuge der Leckeren Mahlzeit für die Hunde:
In weißen Plastikfässchen werden Essensreste einer Schule geholt – sofern keine Ferien sind oder es auch mal nichts aus den Kantinen gibt -. Heute gibt es eine wässrige Gulaschsuppe, ziemlich inhaltslos, daher wird noch altes Weißbrot darin aufgeweicht. Janosch schnuppert jedes Fass auf Verdorbenheit ab.
Dass die Tierheiminsassen ziemlich lustlos dreinblicken kann man sich sicher lebhaft vorstellen
Wir laufen ein wenig das Gelände ab, wobei wir ein paar Ratten von dem Kübel mit Knochen aufscheuchen.
Brigi und Margit versuchen täglich mit den Hunden einen Waldspaziergang zu machen; es vergeht jedoch geraume Zeit, bis man 130 Hunde weitgehend zwingerweise abgeklappert hat.
Was uns beeindruckt: die jungen Frauen rufen und die Hunde kommen und laufen frei ohne Leine mit.
Bilder zum Tierheim gibt es auf unserer HP unter [Projekte] (1).
Der Aufbruch:
Die Boxen für die 10 Wauzis, die mit uns Ungarn verlassen können werden aufgebaut. Sie werden gezurrt und gesichert, die fellnasigen Insassen hineinkomplimentiert, Brigi, Margit und ihre Ma versorgen uns noch mit Imbiss und einer stattlichen Flasche Kaffee und los gehts!
Auf die Zwischenfälle mit der ungarischen Grenzkontrolle wollen wir an dieser Stelle nicht näher eingehen, jedoch empfiehlt sich der Grenzübergang „Heiligenkreuz“ wärmstens, wenn man eine drohende Verhaftung wegen illegalen Grenzübertritts zuverlässig vermeiden möchte.
Wenigstens hat sich unter den Grenzkontrolleuren in dieser Nacht verbreitet, dass Deutsche ihre Hunde mit Vorliebe als ‚Maus‘ bezeichnen.
Bianca Markotschi

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