Hogar de Asis

‚Hogar de Asis – La Carolina‘

Es waren die Augen eines Schäferhundwelpen die uns im Jahr 2001 wach rüttelten und uns aktiv werden ließen.
Dieser junge Hund, halb verhungert und ein Häufchen Elend, lief durch die Straßen unserer kleinen Stadt und schaute mit traurigen Augen die Menschen an; er wollte doch nur etwas Wärme und Futter, nichts weiter, seine Augen schauten suchend und mit dem ewigen Glauben an das Gute im Menschen, den sich diese Tierchen trotz allem noch bewahren. Diese Augen trafen uns mitten in das Herz, sie sprachen zu uns ohne Worte, und eine Freiwillige nahm sich seiner an; Ringo wie wir ihn nannten, war unglücklicherweise so krank das wir nicht viel Zeit gemeinsam hatten, aber er wird immer bei uns sein, denn er hat uns gezeigt das wir etwas unternehmen müssen, er war der Auslöser für unser kleines Tierheim das nun schon seit 14 Jahren besteht. Für Ringo war es zu spät, aber dank ihm konnten viele andere verlassene Hunde ein neues zu Hause finden, ein zu Hause bei einer Familie die ihnen Liebe und Geborgenheit gibt, viele davon in deutschen Familien.

Angefangen haben wir als Gruppe von 21 Mitgliedern. Wir kannten uns nicht, aber uns vereinte eins:
die Liebe zum Tier, das Mitleid mit ihrem Leid und das Unverständnis gegenüber den Menschen, die ihre Tiere aussetzen.

Nach einer endlosen Reihe von Besuchen bei dem Gemeinderat bekamen wir von der Stadtverwaltung das, was zuvor ‚Perrera‘ also die Tötungsstation der Stadt war. In dieser Perrera waren die verlassenen Hunde nach nur 10 Tagen getötet wurden wenn keiner nach ihnen fragte.

Nun hatten wir einen Ort wo wir die verlassenen Tiere unterbringen konnten und wir gründeten den Verein ‚Verein der Tierfreunde – Hogar de Asis‘ und mit einer Spende von 25.000 Peseten der Deutsch-Professorin von der Sprachschule und 2000 Peseten von jedem von uns mittlerweile 21 Freiwilligen , starteten wir diesen langen Weg. Im Jahr 2002 wurden wir offiziell anerkannt als gemeinnütziger Verein ‚Asociación Protectora de Animales y Plantas San Juan de la Cruz – Hogar de Asis‘ mit Vereinsnummer. CIF G-23479157.

Elf lange Jahre arbeiteten wir hart unter harten Bedingungen: die Perrera bestand aus acht geschlossenen Verschlägen mit einem einzigen kleinen Fenster als Lüftung oben an der Decke; eine Decke die aus altem Faserzement bestand bedeckt mit dicken schweren Ziegeln, und die dadurch jede Luftzirkulation verhinderte auch wenn es draußen angenehm war. Die Hunde hatten keine Möglichkeit raus zu gehen bis wir Zeit hatten; wir mussten alle gemeinsam kommen und konnten die Hunde nur alle gemeinsam laufen lassen ohne Möglichkeit Gruppen zu bilden.

Die Hunde durften auf einem externen Gelände laufen, ein Gelände aus Dreck und Steinen, das sich im Winter und besonders bei Regen in einen einzigen Sumpf verwandelte. Die Hunde mussten verdreckt und nass zurück in ihre Verschläge; wir versuchten sie mit Papiertüchern zu trocknen, durch die alten Wände sickerte das Wasser und sammelte sich auf dem Boden; wir bedeckten die Böden mit Späne damit sie wenigstens halbwegs trocken und warm durch diese Zeit kamen, für uns selber gab es nichts, noch nicht einmal eine Toilette.

Viele Freiwillige gaben auf, aber es kamen wieder neue Helfer und Stück für Stück konnten wir eine weitere kleine Hütte bauen, so dass wir weitere Hunde aufnehmen konnten. In den Ecken trennten wir mit Lattenrosten eigene Bereiche ab, die Türen sammelten wir aus dem Müll, so konnten wir nun zumindest bei Bedarf die Hunde trennen; die Rüden von den Weibchen, die Großen von den kleinen und vor allem und besonders die Welpen!

Wir organisierten Tombolas, die Preise wurden von einigen Geschäften gespendet oder von unseren Freiwilligen bereit gestellt, den Erlös benötigten wir zum Kauf von Futter. Eineinhalb Jahre schlugen wir uns so durch in denen uns die Gemeinde immer wieder versprach zu helfen und das Futter für die in unseren Straßen eingesammelten Tiere zu bezahlen.

Nie werden wir den Tag vergessen als wir die Spende von 100.000 Peseten von einer Spanierin, die lange in Amerika gelebt hat und ein großes Herz für Tiere hatte.

Zunächst waren es 30 Hunde die wir aufnahmen, später schon 50 und 60 und so steigerte sich die Zahl bis auf 187 Hunde im Jahr 2012; Hunde von den Straßen unseres Ortes, Hunde aus dem Umland, Hunde die an einen Baum gebunden wurden, verhungert und den Strick so eng um den Hals dass sie fast ersticken mussten, weitere mit entzündeten Wunden in denen schon Würmer saßen, Hunde mit gebrochenen Füßchen und Beinchen, vom Auto angefahren und liegen gelassen oder bestialisch verprügelt, aufgeschlagene Schädel, aufgerissene Hälse um den Chip zu entfernen bevor der Hund entsorgt wird, Galgos und Podencos die den Jägern nicht gut genug für die Jagd waren und in Brunnenschächten entsorgt wurden, dürr, krank, und immer mit der Trauer in den Augen um ihre ‚verlorenen Herrchen‘. Wir wurden blockiert, behindert, wir sahen all das Leid und oft genug unsere eigene Machtlosigkeit, aber wir haben es bis hier geschafft und geben nicht auf. Nach elf Jahren und ungezählten Stunden in den Vorzimmern der Bürgermeister und Stadträte bekamen wir ein neues Gebäude, und auch wenn es Eigentum der Stadt bleibt, steht es uns zur Verfügung und ist weit entfernt von dieser ersten ‚Perrera‘ die der Tötung der Hunde diente, dieses Gebäude wurde als Tierheim konzipiert und hier können wir jedes Jahr zwischen 180 – 200 Hunde aufnehmen.
Diese Hunde werden
- vom Tierarzt untersucht
- von allem Ungeziefer und Parasiten befreit (innen und außen)
- gebadet und frisiert falls nötig
- geimpft
- kastriert
- gechipt und mit EU Pass ausgestattet
- auf Mittelmeerkrankheiten getestet
- und operiert in dringenden Fällen

Und mit all unserer Liebe umsorgt. Dies ist unsere wichtigste Aufgabe, aber nicht unsere einzige. Genauso wichtig ist es in unserem Land Spanien ein Verständnis für die Tiere zu schaffen, ihren Respekt, das Verständnis für das Lebewesen und ihre Natur, dafür gehen wir jedes Jahr in die großen Zentren unserer Umgebung und klären auf über Sterilisation als beste Vorbeugung gegen unerwünschte und dann ausgesetzte Hunde, werben um Respekt da es sich genauso um Lebewesen handelt die nicht nur Hunger, Durst, Frieren und Hitze empfinden, die Schmerzen empfinden und unter Krankheiten leiden, sondern die auch unter Einsamkeit, Angst und Trauer leiden, wir werben um Verständnis für diese Tiere und das jedes einzelne es wert ist sein Leben zu schützen, wir sprechen die grausame Situation der Galgos und Podencos in unserer Region – und in allen diesen Regionen der Jagd – an, appellieren an das Verantwortungsbewusstsein, darum den Tieren nicht nur Futter und Wasser sondern auch einen sauberen Platz und mal ein liebes Wort zu geben, und das ‚früher‘ und ‚heute‘ im Norden von Spanien, aber natürlich noch viel mehr in Ländern wie Deutschland, Holland oder Frankreich.

Von den 21 Freiwilligen mit denen wir gestartet sind, sind nur noch zwei dabei und im Moment kümmern wir uns zu siebt um das Tierheim.

Die Schwierigkeiten und Probleme hören noch lange nicht auf, im Gegenteil, mit der Wirtschaftskrise in unserem Land wird auch unsere finanzielle Situation schwieriger, im Gegenzug werden wieder mehr Hunde ausgesetzt weil die Familien sie nicht mehr finanzieren können oder wollen.
Die Hunde frieren da das Gebäude genau in Windrichtung ausgerichtet ist, der Tierarzt muss bezahlt werden aber vor allem wollen alle Hunde satt werden. Aber das wichtigste ist es für all diese Hunde eine FAMILIE zu finden, Familien die den Tierchen endlich ein schönes Leben ermöglichen können nach all dem Leid das sie ertragen mussten.

Wir bekommen keinerlei Zuschüsse von der Stadt oder Gemeinde, wir werden noch nicht einmal angehört; die ausgesetzten Tiere werden einfach vollkommen ignoriert; SIE und wir für sie suchen Möglichkeiten für ein besseres Leben, nicht ignoriert und vergessen, sondern ein Leben voller Liebe, die sie genauso wieder zurück geben.

Der Tierschutzverein Europa hat uns eine Tür geöffnet die uns wieder Hoffnung gibt und unsere Kräfte neu mobilisiert, wissen wir doch das über diese Homepage schon viele Hunde ein neues zu Hause – ein echtes zu Hause – finden konnten.
Im Namen des ganzen ‚HOGAR DE ASIS‘ , all unserer Freiwilligen und besonders unserer Hunde sagen wir DANKE
Wenn Sie unser Projekt unterstützen möchten, dürfen Sie das über unsere Partner vonm Tierschutzverein Europa e. V.

Tierschutzverein Europa e. V.
Mainzer Volksbank e.G.
IBAN: DE25551900000795039015
BIC: MVBMDE55XXX

Für unsere Schweizer Tierfreunde:
Tierschutzverein Europa e. V.
St. Galler Kantonalbank, St. Margrethen, Banknummer: 90-219-8
Vereinskonto: 25 55 345.289-04, CHF
Banken-Clearing=BC: 781-25

Oder direkt mit einer Spende an unser Tierheim in Spanien:

Asociacion Protectora de La Carolina
Bank: CAJASUR
IBAN: ES 60 0237-0120-70-9159499935
BIC: CSURES 2CXXX


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